Ottawa Animation Festival ( in German )

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basically I am pretty lazy in writing. One of the reasons I Like to draw. Because I got funding from the AG Kurzfilm to travel to the Ottawa Animation Festival I had to write a report about the festival ( in German ). So I am posting this here, too

Das OAIF

Also um es gleich vorweg zu nehmen: das Kurzfilmfestival in Ottawa war für mich das beste Animationsfilmfestival auf dem ich je war!

Ich kam 2 Tage vor Beginn des Festivals in Ottawa an, so dass mir ein Tag Luft blieb um mir die Stadt anzusehen (ein bisschen Kultur muss schon sein), in Ruhe im Festivaloffice vorbeizuschauen und meinem Jetlag freundlich zu begegnen (um es mit Gerhard Polt zu sagen: „der Jetlag ist ein Tag den wo man zahlt- aber man kriegt ihn nicht!“).

Ottawa ist auf den ersten Blick keine besonders spektakuläre Stadt. Zu Kanadas Hauptstadt wurde Ottawa angeblich allein aufgrund Queen Victorias Leidenschaft für Landschaftsaquarelle aus dieser Gegend. Die Stadt befindet sich mitten auf der Grenze zwischen dem französisch- und dem englischsprachigen Teil Kanadas.

Ottawa wird ja oft nachgesagt vor allem eine verschlafene Beamtenstadt zu sein- doch die vielen kulturellen Veranstaltungen belehren einen eines besseren. Tatsächlich findet fast jede Woche ein anderes Festival statt (wie zum Beispiel das Ottawa Tulip Festival, das Winterlude, zahlreiche Musikfestivals und eben das OIAF).

Doch gerade dieses ein klein wenig Verschlafene macht diese Stadt so sympathisch. Ich glaube ich habe mich ein bisschen in Kanada verliebt! Die Kanadier vereinen die Freundlichkeit und Offenheit der Amerikaner mit sehr europäischen Eigenschaften. Ich glaube in Kanada könnte ich es aushalten….

Ich war zuerst darüber verwundert, dass das Festival kleiner war als ich gedacht hatte. Da Ottawa einen exzellenten Ruf hat, hatte ich es mir von der Größenordnung mehr so wie Annecy vorgestellt.

Leider ist das Festival in den letzten Jahren immer kleiner geworden und musste schon einige Male ums Überleben kämpfen. Die Veranstalter liegen wegen der Finanzierung seit langem mit der konservativen Regierung im Clinch, die nicht viel Sinn für Kunst und Kultur zu haben scheint.

Die Seele des Festivals sind Chris Robinson und seine Frau Kelly. Ich hatte mit den Beiden leider nur am Rande zu tun, aber auch die Filmauswahl scheint zu einem großen Teil auf Robinsons Konto zu gehen.

Zum Thema Filmauswahl: die hat mir ausnehmend gut gefallen! Ich war dieses Frühjahr in Annecy und hatte dort ein bisschen den Eindruck gewonnen, dass dieses Jahr kein besonders guten Animationsfilmjahrgang hervorgebracht hatte.

Eine Mitarbeiterin des National Filmboard, die in Annecy in der Jury gesessen hatte, erzählte mir, dass die Filmauswahl die Hauptjury ziemlich zum Verzweifeln gebracht hat, weil das Programm nicht wirklich gut war und es deswegen auch schwer fiel die Preise überhaupt zu vergeben.

Seit Ottawa bin ich mir ziemlich sicher, dass das Problem in der Vorauswahl bestand- denn in Ottawa habe ich wirklich einen ganze Menge interessanter und sehenswerter Filme gesehen! Alles in Allem hatte

Ich einen Riesen-Spaß dabei, mir die gezeigten Filme anzuschauen! Bis auf ein paar der Kinderfilmprogramme habe ich auch so ziemlich alles gesehen.

Was an Ottawa auch recht speziell ist, ist dass sehr viele abstrakte Filme im Programm sind. Das hat wohl 2 Gründe: Zum einen fördert das National Filmboard of Canada in der Tradition von Norman MacLaren verhältnismäßig viele abstrakte Film und natürlich Chris Robinson.

Mein Film lief am zweiten Tag. Die Publikumsreaktionen waren im Großen und Ganzen sehr positiv, was mich natürlich sehr gefreut hat- vor allem weil es für mich immer wieder eine komische Situation ist, meine eigenen Filme auf Großleinwand vor Publikum zu sehen. Ich wurde danach von sehr vielen Leuten auf meinen Film angesprochen, woraus sich einige nette und interessante Gespräche ergaben. So lernte ich auch einige der Leute kennen, mit denen ich die folgenden Tage verbringen sollte.

Bei der Gelegenheit fiel mir auf, dass die zahlenmäßig stärkste Gruppe auf dem Festival Amerikaner von der Ostküste – insbesondere aus New York- sind (was angesichts der geographischen Nähe auch nicht allzu sehr verwundert). Ich war zum ersten Mal dieses Jahr überhaupt in Nordamerika. Ich war kurz vor dem OIAF auf der Siggraph in Los Angeles. Ich muss sagen, dass mir die amerikanischen Filmemacher Respekt abnötigen. In den Vereinigten Staaten scheint es so gut wie keine Filmförderung zu geben. Irgendwie schaffen sie es dann doch Filme zu machen, was ich sehr bewundernswert finde. Wenn man von solchen Institutionen wie der AG Kurzfilm erzählt, bekommen die Amerikaner lange Gesichter. Da wird einem erst wieder bewusst wie vergleichsweise gut man es als deutscher Filmemacher doch hat. Trickfilmer und Kanadier zu sein ist übrigens auch nicht schlecht, aber dazu später mehr.

Andere Filmemacher zu treffen ist eigentlich neben dem Filmesehen der Hauptgrund auf so ein Festival zu gehen. Da war dann die relativ kleine Größe des Festivals ein Vorteil. Darüber hinaus bemühen sich die Organisatoren durch zahlreiche Partys und Veranstaltungen dafür zu sorgen, dass sich die Leute näher kommen.

Ich habe den Verdacht, dass hier der Jetlag ein Vorteil war, denn mein etwas durcheinander gebrachter Schlafrhythmus hat es mir verhältnismäßig einfach gemacht sowohl die allabendliche Party als auch den Animator´s Talk um 9.00 morgens und alles was dazwischen lag mitzunehmen. Beim Animator´s Talk war ich dann natürlich auch dran. Das ging so weit ganz gut. Schade ist, dass man immer eher auf technische oder formale Dinge angesprochen wird. Ich bin selber eigentlich mehr an der Geschichte interessiert, sagen wir mal mehr am warum als am wie, aber so ist das nun einmal.

Ich habe mich sehr über den großen Preis für Dennis Tupicoff gefreut. Chainsaw ist ein toller Film! Dennis ist obendrein ein ziemlich interessanter Typ, den ich bei dem Highlight jedes OIAF, dem großen Kürbisschnitzwettbewerb, kennen gelernt habe. Zur Halbzeit des Festivals werden sämtliche Besucher irgendwo auf das Land zu einem Barbecue gekarrt, wo dann nebenher der große Pumpkin Carve Wettbewerb stattfindet. Unter der Festivalleitung grassiert der Verdacht, dass viele ihre Kürbisse vorher planen und heimlich üben. Jedenfalls ist es sehr lustig was dabei entsteht. Wen ich auch sehr zu schätzen gelernt habe ist Martin Pickles, dessen ´Like me, only Better` auf ziemlich vielen Festivals im Moment läuft. Ein großartiger Humor, ich bin sehr gespannt was als nächstes von ihm kommt!

Ein weiteres Highlight war der Workshop mit Jonas Odell. Ich mag seine Sachen sehr. Es war zwar mehr ein verlängertes ‚Meet the Filmmaker’ als ein normaler Workshop, war aber dennoch sehr aufschlussreich. Ich habe manchmal den Eindruck, dass Leute wie Jonas im Grunde etwas gelangweilt sind von der Animationsszene und deswegen versuchen Wege am Rand zu gehen. Ich habe allgemein so ein wenig den Eindruck, dass die Szene noch vor 10, 15 Jahren ein wenig lebendiger erschien. So wie ich das sehe, liegt das nicht daran, dass es weniger talentierte Filmemacher gibt, sondern, dass es viel schwieriger ist heute etwas zu machen was es so noch nicht gegeben hat. Die Masse an Produktionen ist kaum überschaubar. Gleichzeitig scheint der etwas älteren Generation einfach die schiere Masse an Nachwuchsanimatoren und Studenten etwas unheimlich zu sein. Sagen wie es mal so: Animationsfestivals waren wohl früher etwas familiärere Angelegenheiten…

Dadurch erscheinen viele ältere Filmemacher leicht gelangweilt ( „…hab ich schon 1000-mal gesehen“ ) und mich beschleicht der Verdacht, dass auch Jonas zu dieser Gruppe gehört. Bei Jonas Odell scheint das aber dazu zu führen, dass etwas tatsächlich Neues entsteht- in seinem Fall Mischungen aus Dokumentar- und Animationsfilm. Darüber hinaus ist er durch seine Musikvideos, unter anderem für Goldfrapp und Franz Ferdinand über den Animationsfilm hinaus bekannt geworden. Ich fand es sehr inspirierend.

Das Festival endet zwar am Sonntag aber es geht traditionell weiter mit einem Besuch beim National Filmboard of Canada. Wir kamen minimal zu spät ( in dem Fall Martin Pickles und ich ) , da sich keine Mitfahrgelegenheit für uns gefunden hatte. Wir mussten mit dem Greyhound Bus fahren- und das zieht sich! Dadurch wurden wir einer französischsprachigen Gruppe zugeteilt ( in Kanada läuft da alles immer schön paritätisch. Mein Französisch reicht mit etwas Mühe für die Bestellung eines Cafe au Lait, das war es dann aber auch. Glücklicherweise stellten sie dann doch nach 2 Räumen die Führung auf Englisch um.

Das National Filmboard, und es gibt wohl in jeder Provinz eines, ist gigantisch. Ich hätte mir das nicht so groß vorgestellt. Die Führung besteht aus einem Rundgang durch die verschiedenen Ateliers. Das Filmboard vergibt Stipendien an Animatoren, die dann dort ihre Filme materiell unabhängig erstellen können. Ich habe da dann wieder ein paar sehr interessante Leute kennen gelernt. Wiederum war die Gastfreundschaft großartig. Ich musste wiederum an die oben erwähnten amerikanischen Filmemacher denken, die dann wohl vor Neid geplatzt wären. Von denen war das Gros allerdings schon abgereist. Um direkt zurückzufahren war es zu spät, weshalb ich dann noch eine Nacht in Montreal geblieben bin.

Eine ganz glückliche Fügung war, dass einer der amerikanischen Filmemacher in Philadelphia an der UArts unterrichtet. Ich hatte auf dem Rückflug 6 Stunden Aufenthalt in Philadelphia (wer billig fliegen will muss leiden…), und das hat dann genau gereicht um nach Downtown zu fahren, ein delikates Mittagessen mit dem Lehrpersonal einzunehmen und meinen Film den Studenten zu zeigen.

Mit dem darauf folgendem Flug nach Frankfurt endete dann auch mein Kanada Abenteuer. Ich bin jedenfalls extrem froh, dass mir das durch die AG Kurzfilm möglich gemacht wurde

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